Frühjahrsmüdigkeit? So kommt ihr wieder in Schwung

Die Tage werden merklich länger und die Winterjacke ist längst im Schrank verstaut. Die Vögel zwitschern wieder und langsam aber sicher wird es um uns herum auch wieder grüner. Der Frühling ist endlich bei uns angekommen! Doch trotzdem wollen wir an manchen Tagen nicht so richtig in Tritt kommen und am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben. Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen gehen häufig mit einher. Aber was steckt eigentlich hinter dieser Frühjahrsmüdigkeit?

Für die Beantwortung dieser Frage stehen vor allem die beiden Hormone Melatonin und Serotonin im Fokus. Während Melatonin allgemein als das „Schlafhormon“ bekannt ist, soll uns Serotonin glücklich machen, ist also das „Glückshormon“. Zu Beginn des Frühlings kommen diese beiden Botenstoffe häufig aus dem Gleichgewicht. Damit das Serotonin bei uns für gute Stimmung sorgen und unseren Körper aktivieren kann, benötigt es Licht. Melatonin hingegen brauchen wir, um in der Nacht erholsam schlafen zu können. Nach einem langen und dunklen Winter gerät das Verhältnis dieser beiden neurobiologischen Komponenten aus dem Tritt und der Körper benötigt Zeit, um sich dem Wetterumschwung anzupassen und dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. In dieser Zeit sind wir besonders müde, ausgelaugt oder haben mit Schwindel und Kopfschmerzen zu tun.

Aber müssen wir uns einfach damit abfinden, dass, während draußen neues Leben erblüht, unser Körper nur auf Sparflamme läuft? Im Gegenteil! Je aktiver wir sind, desto schneller können wir die Frühjahrsmüdigkeit ablegen. Also Sportschuhe an und ab nach draußen oder ins Fitnessstudio! Denn schon kurzfristig geht es uns nach körperlicher Aktivität besser. Das ist auf ein weiteres Glückshormon zurückzuführen, das Endorphin. Da wir uns aber langfristig besser und ausgeglichener fühlen wollen, können wir durch sportliche Aktivität nicht nur kurzfristige Probleme beseitigen, sondern wollen auf lange Sicht der Frühjahrsmüdigkeit davon laufen.

Der langfristige positive Effekt von Sport auf unsere Psyche ist durch Veränderungen im Gehirn zurückzuführen. Eine Reihe von Experimenten mit Mäusen und Ratten haben dies schon in den 1990er Jahren bestätigt. Durch Sport erhöht sich die Zahl der Nerven und Nervenbindungen in unserem Gehirn. Diese neugebildeten Nerven erhöhen nicht nur unsere geistige Fitness, also unsere kognitive Leistungsfähigkeit, sondern auch unsere psychische Verfassung. Bleiben wir also beim Thema Frühling und versuchen das Ganze zu verbildlichen: Treiben wir Sport, passiert in unserem Gehirn ähnliches wie mit der Natur im Frühling: Die Bäume und Pflanzen treiben neu aus, bilden neue Knospen und stehen nach einiger Zeit wieder in voller Pracht und gesund in ihrem Laub. Ähnlich verhält es sich auch mit den Nervenzellen in unserem Gehirn.

Also: Aufraffen und ab zum Sport, um es der Natur gleich zu tun!

Weitere Tipps, um der Frühjahrsmüdigkeit den Kampf anzusagen:

  • Scheint die Sonne, nichts wie raus mit Euch! 20 Minuten am Tag in der Sonne zu sitzen sind dabei ein guter Richtwert. Wichtig ist jedoch, keine Sonnenbrille aufzusetzen, denn um Serotonin produzieren zu können, muss der Körper das Licht über die Netzhaut aufnehmen!
  • Ausreichend trinken (ca. 2 Liter pro Tag)
  • Vitamine zu sich nehmen, denn diese unterstützen die Stoffwechselprozesse
  • Auch wenn wir müde sind, keinen Mittagsschlaf machen. Denn das bewirkt genau das Gegenteil: Melatonin wird produziert und Serotonin verbraucht!