Sports Fitness für Köln

Aufwärmen ist unnötig” oder “Durch Training kann man Fett in Muskeln umwandeln. Solche und andere Fitnessmythen hat jeder schon einmal gehört. In diesem 2. Teil unserer Reihe, nimmt unser Sportwissenschaftler und Personal Trainer Tim 4 weitere Mythen unter die Lupe!

 

6. Frauen werden durch Krafttraining viel zu muskulös und männlich!

 

An dieser Stelle gibt es direkt Entwarnung! Rein aus genetischer Perspektive ist es Frauen nicht möglich, ein Extrem an Muskelmasse aufzubauen. Dazu fehlen einfach die anabolem (muskelaufbauenden) Hormone, die die Männer in höheren Verhältnissen haben.

 

Insbesondere das männliche Sexualhormon Testosteron ist größtenteils für das Muskelwachstum zuständig, welches bei Frauen in nur sehr geringem Maße in der Blutbahn anzufinden ist. Dementsprechend ist es Frauen (ohne Doping mit entsprechenden Hormon-Präparaten) nicht möglich, derart voluminöse Muskeln aufzubauen.

 

Zudem kann die Ottonormal-Studio-Besucherin, die 3 Mal die Woche ihre Kraft-Übungen absolviert, erst recht beruhigt weiter Gas geben, denn das ist ohnehin zu wenig, um überdurchschnittlich viel Muskulatur aufzubauen.

 

Für die, von den meisten Besucherinnen gewünschte „Straffung“ reicht dies allerdings aus, denn die Muskeln erhalten so eine gewisse Grundspannung und gewinnen somit leicht an Form.

So der Appell an die Damen der Schöpfung: Ran an die Gewichte! Ihr werdet höchstens schöner ????

7. Cardio-Training ist der beste Weg zur Fettverbrennung

 

FitnessmythenCardio-Training ist EINE Möglichkeit Kalorien zu verbrennen, ob dadurch Fett – in Form von Körperfett – verbrannt wird, ist eine Frage der Energiezufuhr durch die Ernährung.

 

Der menschliche Körper funktioniert rein nach physikalischen Prinzipien. Es ist eine Bilanzrechnung von Energiezufuhr (Ernährung) und Energieumsatz (Bewegung), die entscheidet, ob der Körper überschüssige Energie in Form von Fett-Depots speichert oder diese entleert.

 

Ist diese Rechnung negativ (Umsatz ist höher als Verbrauch), wird man Körperfett abbauen. Ob man dann den Energieumsatz durch Cardio- oder Krafttraining erhöht oder man 1 Mal die Woche zusätzlich noch 3 Stunden zu einer Techno-Party tanzt, ist jedem selbst überlassen.

 

Alternativ kann man auch weniger essen, dann bleiben jedoch die positiven Effekte vom Training aus. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

 

Wenn Ihr Anregungen zu diesem Thema benötigt, weil Ihr hinsichtlich Fettreduktion nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, scheut euch nicht und macht einen Termin zur Überarbeitung eures Trainingsplans bei einem Trainer Eurer Wahl.

Das Trainerteam steht gern zu Rat und Tat bereit.


8. Aufwärmen ist unnötig

 

Um nichts zu riskieren sollte ein individuelles Aufwärmen jedem Training vorangehen.

Der Körper ist wie ein Motor zu sehen, der erstmal auf Temperaturen kommen muss, um geschmeidig zu funktionieren. Dementsprechend sollte man sich zumindest auf dem Crosstrainer oder unserem Ruderergometer warm machen, um den Körper komplett durchbewegt und unser Herz-Kreislauf-System angeregt zu haben. Dazu sind 10 Minuten mit moderater Intensität absolut ausreichend.

 

Geht man die Sache ambitionierter an und trainiert mit höheren Gewichten oder im Freihantel-Bereich, ist ein spezifisches Aufwärmen mit der jeweiligen Übung notwendig.

 

Ein Beispiel: Als erste Übung auf dem Plan steht Brustpresse (oder Bankdrücken) an, mit 3 Sätzen á 10 Wiederholungen, Arbeitsgewicht ist 100kg. Vernünftigerweise geht niemand hin, packt 100kg drauf und legt los. Empfehlenswerter ist es, zumindest einen Aufwärm-Satz mit 50% des Arbeitsgewichtes zu machen, mit 15 Wiederholungen. Danach startet man dann die 3 vorgenommenen „Arbeitssätze“.

 

Vorteil: Der Kopf und der Körper bereitet sich auf die kommende Belastung vor. Hat man den Bewegungsablauf bereits ein Mal absolviert, fällt es leichter, die Wiederholungen in den kommenden Sätzen, in denen wir unseren Reiz setzen, besser zu koordinieren.

 

Zum anderen werden unsere Gelenke „schmierig“ und das arbeitende Gewebe (Muskulatur, Faszien) gleitfähiger, ergo: die Verletzungsanfälligkeit minimiert sich drastisch.

 

Anders sieht das Ganze wieder aus, wenn orthopädische Beschwerden seitens des Kunden bestehen, die Ihn im Bewegungsablauf stören.

 

Das Aufwärmen ist somit eine sehr individuelle Geschichte, sollte aber je nach Bedarf in gewisser Weise stets Bestandteil des Trainingsplanes sein.

 

Wie Ihr euer Aufwärmprogramm sinnvoll und auf Euch angepasst gestaltet, erfahrt ihr standesgemäß bei der Erstellung Eures ersten Trainingsplanes, aber natürlich auch bei jeder Überarbeitung Eurer Routine.


9. Durch Training kann man Fett in Muskeln umwandeln

 

Fitnessmythen Sports Fitness für KölnGanz so einfach ist das natürlich nicht. Fett – und Muskelgewebe sind zwei verschiedene Gewebs-Arten, dessen Entwicklungen völlig unabhängig voneinander ablaufen.

 

Dementsprechend lassen sich aber die beiden Prozesse auch zur jeweiligen Zufriedenheit in jede Richtung steuern. Somit kann man es tatsächlich schaffen, mit der richtigen Ernährung und darauf abgestimmten Training, zeitgleich Fett ab- und Muskulatur aufzubauen.

Das erweckt optisch dann eben den Anschein, als hätte man Fett in Muskeln „umgewandelt“.

 

10. Hier sollte eigentlich eine weitere Mythe stehen, aber …

 

ich dachte mir, Schluss mit Mythen und ran ans Training! Also in der Theorie wissen wir jetzt was stimmt und was nicht. Jetzt geht es an die Umsetzung!

 

 

Tim Bredow Personal TrainingTim Bredow// Sportwissenschaftler (B. Sc. Sport und Leistung), Personal Trainer & Bodybuilder