Achtsamkeit – Was ist das eigentlich? Entspannt regenerieren

Achtsamkeit – Was ist das eigentlich? Entspannt regenerieren

Ein weiteres wichtiges Element der Regeneration und Erholung ist Entspannung. Diese kann viele unterschiedliche Formen annehmen. Eine Möglichkeit Entspannung zu erzielen, stellen verschiedene Aktivitäten dar, wie ein Besuch in der Therme, sämtliche technische Geräte beiseite zu legen und ein Buch zu lesen, oder sich eine Massage zu gönnen. Darüber hinaus kann Entspannung durch konkrete Übungen erzielt werden, die in diesem Blogartikel genauer erklärt werden.

Achtsamkeit

Achtsamkeit stellt eine innere Haltung dar, die das bewusste Wahrnehmen, das Achtgeben auf das Hier und Jetzt ermöglicht. Dieses Achtgeben kann sich auf die momentanen Gedanken, Gefühle, Bewegungen, Handlungen und Sinneseindrücke beziehen.

Es geht also weniger darum WAS man tut und viel mehr darum WIE man es tut. Es lassen sich sieben wesentliche Merkmale der Achtsamkeit beschreiben.

  1. Verstand des Anfängers – Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss zu steigen

Betrachtet man Kleinkinder dabei, wie sie die Welt erkunden, fällt auf, wie leicht sie zu begeistern sind. Jeder Regentropfen, jeder Stein, jeder Baum ist ein Wunder, das es zu bestaunen gilt.Der präsente Moment ist immer frisch und neu. Im Laufe der Jahre und mit zunehmender Erfahrung, erschweren es die eigenen Erwartungen, Ansprüche und Erfahrungen ihn unvoreingenommen wahrzunehmen. Außer man achtet bewusst darauf.

  1. Urteilsfreiheit – Das Hindernis ist der Weg

Viele Menschen sind frustriert und gestresst, wenn sie an der Kasse warten müssen oder im Stau stehen. Durch ein achtsames betrachten der jeweiligen Situation, gelingt es den Moment anders wahrzunehmen. An sich ist jede Situation neutral. Man sitzt in seinem Fahrzeug bzw. steht an der Kasse, atmet und schaut durch die Gegend. Daran ist generell alles in Ordnung und jeglicher Stress, der in diesem Moment empfunden wird, entsteht nicht durch die Situation, sondern er entsteht durch die eigene Bewertung der Situation. Durch ein bewusstes nicht oder sogar anders Bewerten einer Situation, gelingt es besser damit umzugehen und verborgene Chancen wahrzunehmen. Da es niemals vollständig gelingt, jeden Moment wertneutral zu betrachten, geht es bei der Urteilsfreiheit in erster Linie darum festzustellen wie vorwurfsvoll man ist und dann das Urteilen nicht zu bewerten.

  1. Akzeptanz – Das Lösbare fokussieren und das Unlösbare ergibt sich von selbst

Viele Umstände liegen außerhalb des persönlichen Einflussbereichs. Sich darüber Gedanken zu machen oder gar aufzuregen, ist in keiner Weise hilfreich und schadet sogar. Daher ist es vorteilhaft, zunächst aktiv zu bemerken und zu zulassen, dass Dinge sind wie sie sind. Nicht zwangsläufig so, wie man sie gerne hätte. Basierend auf dieser Erkenntnis kann man daran arbeiten sie zu verbessern.

  1. Loslassen – Engagiert sein, ohne zu klammern

Das Leben besteht aus Empfangen und Loslassen. Insbesondere geht es bei dieser Idee darum Wünsche, Ideen und Vorstellungen loszulassen, anstatt ihnen hinterher zu trauern und daran verzweifelt festzuhalten. Die Dinge so sein zu lassen wie sie sind bedeutet die Erkenntnis zu erlauben, dass es schmerzhaft ist, im eigenen Wunschdenken, Verlangen und Klammern bzw. Attachmentgefangen zu sein. Einerseits bedeutet Loslassen, dass man kann Erfolg nicht jagen kann, denn je mehr man ihn jagt, desto schneller entwischt er. Stattdessen muss man ein entsprechend erfolgreicher Mensch werden und ihn mit offenen Armen anziehen und empfangen. Andererseits bedeutet Loslassen etwas genießen können und zu schätzen wissen, solange es Teil des eigenen Lebens ist und es bereitwillig weiterziehen zu lassen, sobald die gemeinsame Zeit abgelaufen ist.

  1. Vertrauen – Vertrauen ergibt sich aus Ehrlichkeit und ist die Grundlage des Zusammenlebens

Viele Aspekte des Lebens sind unbekannt und außerhalb der eigenen Kontrolle. Das kann beängstigend sein und Vertrauen erfordert ein gewisses Maß an Mut. Ein geeigneter Startpunkt generelles Vertrauen zu entwickeln ist daher das Vertrauen in den eigenen Körperzu festigen. Atmung erfolgt ohne ständige Überwachung. Sinne stellen ständig wichtige Informationen zur Verfügung, die Interaktion mit der Umwelt ermöglichen. Gelingt es, diesen Wahrnehmungen Vertrauen zu schenken, kann man als nächstes seinem Verstand und den eigenen Entscheidungen Vertrauen entgegenbringen. Letztendlich kann man den letzten Schritt wagen und anderen Menschen und der Welt vertrauen.

  1. Geduld – Wer ständig von A nach B eilt, ist nirgends wirklich anwesend

Viele Menschen verpassen den präsenten Moment, weil sie oft zum nächsten „wichtigen“ Moment wollen. Im Großen bedeutet dies das Hetzen vom Schulabschluss, über die Ausbildung, zum Beruf, zur Familie und schließlich zum Ruhestand. Im Kleinen sind es erst einzelne Prüfungen, dann Meetings oder andere Termine, später Beförderungen oder Jobwechsel. Wer in Gedanken schon im nächsten Moment ist, kann den präsenten Moment nicht voll genießen. Die wesentliche Erkenntnis hier ist: Dinge entwickeln sich oftmals in ihrem eigenen Tempo und können nicht gehetzt werden.

  1. Nicht Streben – Handeln ohne zu tun und zu erwarten

Hierbei geht es nicht um Apathie und Teilnahmslosigkeit, sondern um das vollständige Aufgehen im präsenten Moment. Anstatt den präsenten Moment „reparieren“ oder ihm entkommen zu wollen, ist man mit seiner vollen Aufmerksamkeit genau dort und verkörpert die aktuelle Handlung. Man wird eins mit der Handlung. Dieser Aspekt ist womöglich der Abstrakteste der hier aufgeführten. In der Psychologie kommt ihm die Beschreibung Flowbesonders nahe. In der Philosophie wurde er von Lao Tzu als not-doingbeschrieben. Die dementsprechenden Werke

  • Mihaly Csikszentmihalyi – Flow
  • Lao Tzu – Tao te Ching (Übersetzung von Stephen Mitchell)

können ggf. Klarheit verschaffen und lassen sich deshalb besonders empfehlen.

Im nächsten Blogartikel stellen wir Dir fünf einfache Achtsamkeitsübungen vor.